Der E-Check für Sicherheit elektrischer Anlagen und Betriebsmittel

Was ist der E-Check?

Ohne Strom geht in der heutigen Zeit nichts mehr, elektrischer Strom ist für alle selbstverständlich. Da er für den Menschen nicht sichtbar ist, werden die von ihm ausgehenden Risiken oft unterschätzt. Infolge von Umwelteinflüssen, Betriebsbedingungen und dem Grad der Nutzung muss im Lauge der Zeit mit Mängeln gerechnet werden. Bereits ein kleiner Defekt an elektrischen Anlagen oder Leitungen kann großen Schaden anrichten. Aus diesem Grund ist ein regelmäßiger E-Check unerlässlich. Wer für eine turnusmäßige Überprüfung sorgt, ist auf der sicheren Seite.

E-Check

Der E-Check ist eine normengerechte und anerkannte Prüfung aller elektrischen Geräte in Haus, Wohnung und Firmengebäuden. Dabei wird der ordnungsgemäße Zustand nach einem festgelegten Prüfkatalog überprüft und dokumentiert. Durch einen E-Check können mögliche Gefahren erkannt werden, bevor ein Schaden entstehen kann. Fehler in der Elektroinstallation können Kurzschlüsse oder Überspannungen verursachen, damit teure Beschädigungen anrichten und auch lebensgefährliche Folgen für Menschen und Tiere haben wie etwa durch einen Brandfall. Ist beim E-Check nichts zu beanstanden, wird eine Prüfplakette übergeben. Diese gibt Gewissheit, dass die geprüften Elektrogeräte und -Installationen allen Aspekten in Punkto Sicherheit genügen.

Die Richtlinien

Seit Oktober 2002 muss jeder Immobilien-Eigentümer und Arbeitgeber selbst beurteilen, welche Installationen prüfbedürftig sind. Er bestimmt die Fristen für die Prüfungen und wählt auch die Elektrofachkraft mit der notwendigen Qualifikation. Dabei muss er sich am Stand der Technik orientieren. Entstehen allerdings bei vermieteten Wohnungen Schäden, so hat der Vermieter Schadensersatz zu leisten, wenn elektrische Anlagen nicht im einwandfreien Zustand waren. Bei Stromschäden liegt die Beweislast beim Vermieter. Für Betriebe ist die wiederholte Prüfung aller Elektroanlagen und Elektrogeräte nach den Vorschriften der Berufsgenossenschaften ein Muss.

Gerade in Firmen stehen unzählige Elektrogeräte, ob Computer, Drucker, Kaffeemaschine, Scanner oder andere moderne Geräte mit hohem Strombedarf. Die Prüfung dient zur Haftung bei Unfällen, welche durch defekte elektrische Geräte entstehen können und zum Schutz vor wirtschaftlichen Schäden. Die Richtlinie gilt für die Durchführung des E-Check für Wohnungen, Wohngebäude, Nebengebäude, gewerblich genutzten Immobilien, Industrieanlagen und öffentlichen Einrichtungen. Durchgeführt wird die Prüfung durch eine geschulte Elektro-Fachkraft, das kann ein geprüfter Elektriker oder ein Techniker mit elektrotechnischer Ausbildung sein.

Wie läuft ein E-Check ab?

Der E-Check ist ein anerkanntes Prüfsiegel für alle elektrischen Anlagen. Die Durchführung dieser Prüfung ist nur durch qualifizierte und geschulte Mitarbeiter möglich. Uneingeschränkte Kompetenz und professionelles Arbeiten sind die erste Voraussetzung für die Einhaltung des hohen Qualitäts- und Sicherheitsanspruchs. Die entsprechenden Fachleute erlangen ihr Wissen in Praxisseminaren. Immerhin geht es dabei, zum Schutz des Lebens beizutragen und Vorbeugung gegen teure Elektroschäden zu treffen. Im Mittelpunkt des Checks steht die Prüfung aller Elektroanlagen. Zusätzlich geben die Mitarbeiter auf Wunsch Auskunft über das Energie sparen sowie den Einsatz intelligenter Geräte und Anlagen zur Erhöhung von Komfort und Sicherheit.

Zuerst wird eine Sichtprüfung vorgenommen, dabei werden Mängel und Beschädigungen aufgedeckt. Beschädigte Kabel, falsche oder marode Sicherungen sind eine der bedrohlichen Faktoren. Weiterhin prüft der Fachmann, ob alle Stromkreise sinnvoll aufgeteilt sind, ob Stecker, Steckdosen, Kabel und Schalter im ordnungsgemäßen Zustand sind. Ein weiterer Punkt beim E-Check sind die Elektrogeräte, sie werden auf fachgerechte Absicherung überprüft. Nachträglich vorgenommene Veränderungen an der Elektroinstallation werden ebenfalls unter die Lupe genommen. Die Funktion der Fehlstrom-Schutzschalter wird gecheckt, dies ist bei Neubauten und Neuinstallationen in Altbauten Pflicht.

E-Check-Durchführung

Die genaue Vorgehensweise erfolgt in vier Schritten:

-- Erster Teil - Sichtprüfung

Bei diesem Teil der Prüfung soll festgestellt werden, ob eventuelle Beschädigungen oder Abnutzungen vorhanden sind, die relevant für die Sicherheit sind. Hauptaugenmerk sind Isolierungen, weiterhin muss der Zustand, der Biegeschutz sowie die Zugentlastung von Anschlussleitungen durch Handprobe und Besichtigung kontrolliert werden. Der Fachmann kontrolliert, ob es Anzeichen von unsachgemäßem Gebrauch gilt. Anschließend erfolgt die Bestandsaufnahme durch eine Grundriss-Skizze mit Übersichts- und Installationsschaltplan.

-- Zweiter Teil - Messungen

In Abhängigkeit vom Prüftyp und der Schutzklassen-Zuordnung müssen beim E-Check Messungen des Isolationswiderstands, des Ersatzableitstroms sowie des Berührungsstroms vorgenommen werden. Weiterhin Messungen und Widerstandsmessungen an Schutzleitern. Behindern Einbauteile die Prüfungsmaßnahmen, wird dies im Prüfprotokoll fest gehalten.

-- Dritter Teil - Funktionsprüfung

Bei der Funktionsprüfung erfolgt eine Erprobung und Funktionsprüfung aller elektrischen Komponenten. Dazu gehören neben den Leitungen, Steckdosen etc. auch alle elektrisch betriebenen Geräte, die nicht fest am Netz, sondern mit einem Stecker an die Steckdose angeschlossen werden. Dazu gehören unter anderem Drucker, Computer, Kaffeemaschinen, Kühlschränke, Gefriertruhe, Verlängerungskabel, Handbohrmaschine und andere Heimwerker-Geräte mit elektrischem Anschluss.

-- Abschließende Beurteilung

Die Prüfung ist bestanden, wenn beim E-Check alle erforderlichen Teilprüfungen vorgenommen wurden und erfolgreich abgeschlossen sind. Ansonsten darf ein Gerät nicht mehr in diesem Zustand weiter verwendet werden, es muss repariert oder ersetzt werden. Es erfolgt eine Dokumentation, welche dem verantwortlichen Kontrolleur jederzeit den Nachweis über die Durchführung seiner Verpflichtungen ermöglicht. Die Analyse dieser Niederschrift ermöglicht später weitere Aussagen, z.B. wo traten am häufigsten Fehler auf und wie können sie vermieden werden? Entsprechen alle elektrischen Geräte den Anforderungen bzw. der Örtlichkeit, sind die Intervalle des E-Check ausreichend? Es wird festgehalten, ob die defekten Geräte außer Betrieb gesetzt wurden und von wem und wann alle Elektrogeräte und -Installationen in Betrieb instand gesetzt wurden. Für manchen Hauseigentümer oder verantwortlichen in einem Betrieb ist ein Messprotokoll oft die erste Einsicht in alle vorhandenen elektrischen Verbraucher.

Prüffristen

Beim Gesetzgeber wird zwischen ortsfesten und ortsveränderlichen Anlagen und Betriebsmitteln unterschieden. Unterschieden wird deshalb, da die Prüfung der ortsfesten Komponenten alle vier Jahre empfohlen wird. Ortsveränderliche Verbraucher-Geräte werden mehr strapaziert, die Gefahr eines elektrischen Defekts oder Personenschadens ist hier viel höher, also werden kürzere Prüffristen empfohlen.

Für die Prüffristen gelten entsprechende Richtwerte, diese sind für ortsveränderliche Verbraucher

  • 6 Monate für
  • — ortsveränderliche, elektrische Betriebsmittel
  • — Geräteanschluss- und Verlängerungsleitungen mit Steckervorrichtung
  • 12 Monate für
  • — Anschlußleitungen, die über einen Stecker verfügen
  • 24 Monate für
  • — Bewegliche Leitungen mit Festanschluss und Stecker
  • Richtwerte für ortsfeste Betriebsmittel und Anlagen sind
  • 4 Jahre für elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel, ein Jahr für ortsfeste Betriebsmittel und elektrische Anlagen in Räumen, Betriebsstätten und Anlagen besonderer Art
  • 6 Monate an jedem Arbeitstag für Schutzmaßnahmen mit Fehlerstrom-, Fehlerspannungs- und Differenzstrom-Schutzschalter in vorübergehend stationären und stationären Anlagen
  • 1 Monat für Maßnahmen mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen in stationären Anlagen, z.B. Baustellen.

Der E-CHECK gibt Gewissheit, dass alle geprüften Geräte und Elektroinstallation den Sicherheitsaspekten entsprechen.

Privater und gewerblicher E-Check

Gerade in privaten Haushalten gibt es kaum einen Experten, der alle elektrisch funktionierenden Geräte und Anlagen beurteilen kann. Ein E-Check durch den Fachmann bringt ein Bewohnern ein sicheres Gefühl. Mögliche Überspannungsschäden, ein drohender Kabelbrand oder defekte Sicherungen können nicht nur Leib und Leben gefährden, sondern auch enorme Kosten verursachen, wenn es zum Ernstfall kommt. Teilweise verweigern Versicherungen Leistungen, wenn der Auslöser in einer nicht ordnungsgemäßen Elektroinstallation liegt. Durch einen regelmäßigen E-Check kann vorgebeugt werden, zusätzlich gibt der ausführende Fachmann Tipps zur Energieeffizienz und technischen Innovationen im Elektro-Bereich.

Für ein Unternehmen ist der E-Check ein Muss, die meisten Berufsgenossenschaften fordern dies explizit. Zudem profitiert ein Betrieb von der regelmäßigen Kontrolle der elektrischen Komponenten. Alle betriebstechnischen Anlagen, der Zustand der Maschinen, die Beleuchtung, Fax, Computer, Kopierer und alles, was im Büro elektrisch funktioniert, wird einer gründlichen Prüfung unterzogen. Viele Personen- und Brandschäden sind auf Defekte in der Elektrik zurück zu führen. Besonders im gewerblichen Bereich verursachen Störungen des Arbeitsablaufs sowie Ausfälle enorme Kosten. Durch einen E-Check wird die Produktivität erhöht und unnötige Stillstände vermieden. Im Schadensfall kann die E-Check-Plakette ein bedeutender Nachweis bei der Versicherung sein. Wie auch im privaten Bereich kann der Prüfer Tipps und Ratschläge geben zur Einsparung von Energiekosten.

Vorteile des E-Check

Kosten und Dauer hängen von der Größe der Örtlichkeit ab bzw. wie viele Elektrogeräte und -Installationen in Haus, Wohnung, Büro oder Unternehmen gecheckt werden müssen. Somit kann der Vorgang zwischen einigen Stunden oder ein paar Tagen dauern. Die Kosten variieren je nachdem, ob der Fachmann beratende Leistungen erbringt. Der E-Check ist immer sinnvoll, die anfallenden Kosten bei einem Schaden würden die Gebühren für die

Kontrolle um ein Mehrfaches übersteigen. Hinzu kommt, dass die Energieeinsparungen durch die Beratungsleistung des Prüfers lang- oder mittelfristige Einsparungen in Sachen Energie bringt. Allein dies macht den E-Check lohnenswert. Auch hinsichtlich von eventuell auftretenden Schadensersatzansprüchen durch fremde Personen kann eine regelmäßige Kontrolle der elektrischen Anlagen und Geräte schützen.

Ein E-Check ist ein unbedingtes Muss. Er hilft, Beschädigungen frühzeitig zu erkennen, Unfälle und Bränden vorzubeugen und kann im Ernstfall als Nachweis für Versicherungen und Berufsgenossenschaften dienen. Die anfallenden Kosten rechnen sich oft schnell, zudem können Verbraucher vom Wissen der Prüfer profitieren. Zusätzliche Tipps in Bezug auf Energieeinsparung bei Elektrogeräten und ähnliche Ratschläge helfen dabei. Die Durchführung dieses Checks kann nur durch speziell geschultes Fachpersonal erfolgen.

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