Rund um das Thema DGUV Vorschrift 3

Alles rund um das Thema: DGUV Vorschrift 3

Die DGUV Vorschrift 3 beinhaltet Durchführungsanweisungen und Unfallverhütungsvorschriften. Die Durchführungsanweisungen geben Auskunft darüber, wie die normierten Schutzvorgaben eingehalten werden können. Andere mindestens gleichwertig sichere Vorgehensweisen können ebenfalls verfolgt werden und sind nicht per se ausgeschlossen. Des Weiteren schließen die Durchführungsanweisungen der DGUV Vorschrift 3 auch Erläuterungen zu Unfallverhütungsvorschriften mit ein.

DGUV Vorschrift 3

Ist die DGUV Vorschrift 3 nur für die Verwendung elektronischer Anlagen und Betriebsmittel gültig?

Der Geltungsbereich der DGUV Vorschrift 3 (§1) bezieht sich nicht nur auf elektrische Anlagen und Betriebsmittel. Auch nichtelektronische Tätigkeiten in der Nähe elektrischer Anlagen und Betriebsmittel sind Teil des Geltungsbereichs.

Welche Arbeiten zählen zu nichtelektronischen Arbeiten?

Die in der DGUV Vorschrift 3 enthaltene Durchführungsanweisung gibt an, dass das Errichten jeglicher Konstruktionen in der Nähe von Freileitungen und Kabelanlagen sowie Annäherungen bei anderen Tätigkeiten, wie Bau-, Montage-, Transport-, Anstrich- und Ausbesserungsarbeiten in den Bereich nichtelektronischer Arbeiten fällt.

Was ist unter elektrischen Betriebsmitteln zu verstehen?

Elektrische Betriebsmittel sind laut DGUV Vorschrift 3 alle Gegenstände, die sich in ihrer Gesamtfunktion oder als Einzelteile zum Anwenden elektrischer Energie oder zur Verarbeitung von Informationen eignen.

Welche elektrischen Betriebsmittel und welche Anlagen gibt es?

Nach DGUV Vorschrift 3 gibt es vier verschiedene Typen von Betriebsmitteln und Anlagen: ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel, ortsfeste elektrische Betriebsmittel, stationäre Anlagen und nichtstationäre Anlagen.

Wann sind elektrische Betriebsmittel ortsveränderlich und wann ortsfest?

In der Durchführungsanweisung zu DGUV Vorschrift 3 §5 Abs. 1 Nr. 2 ist exakt geregelt, wann ein Betriebsmittel ortsveränderlich und wann ortsfest ist. Elektrische Betriebsmittel sind ortsveränderlich, wenn sie während ihres Betriebs bewegt oder ohne großen Aufwand von einem Ort zum anderen befördert werden können. Sie sind wiederum ortsfest, wenn sie keine Tragevorrichtung besitzen oder so viel Gewicht haben, dass ein Verschieben nicht ohne weitere Vorrichtungen möglich ist.

Was unterscheidet stationäre von nichtstationären Anlagen?

Während stationäre Anlagen laut DGUV Vorschrift 3 mit ihrer Umgebung fest verbunden sind, werden nichtstationäre Anlagen nach Gebrauch und bestimmungsgemäßem Einsatz abmontiert und an einem anderen Standort wieder aufgebaut.

Welche elektronischen Regeln müssen beachtet werden?

Elektronische Regeln sind im Sinne der DGUV Vorschrift 3 die in den VDE-Bestimmungen festgehaltenen allgemein anerkannten Regeln der Elektrotechnik. Für weitere Informationen kann das Mitteilungsblatt der Berufsgenossenschaft herangezogen werden.

Welche Personen dürfen als Elektrofachkräfte bezeichnet werden?

Nach DGUV Vorschrift 3 §2 Abs. 3 gelten diejenigen Personen als Elektrofachkräfte, die auf Basis ihrer fachlichen Ausbildung, ihres Wissens und ihrer Arbeitserfahrung als solche angesehen werden können. Zudem muss die betroffene Person die einschlägigen Bestimmungen der jeweiligen Tätigkeiten beherrschen und in der Lage sein, damit zusammenhängende mögliche Gefahren erkennen zu können. Die angesprochene fachliche Qualifikation begründet sich im Sinne der DGUV Vorschrift 3 im Abschluss einer elektrotechnischen Ausbildung oder einer mehrjährigen Tätigkeit im Arbeitsgebiet der Elektrotechnik. Diese muss dokumentiert und von einer Elektrofachkraft verifiziert worden sein.

Pflichten des Unternehmers

Was muss der Unternehmer bei der Verwendung seiner elektrischen Anlagen und Betriebsmittel durch seine Mitarbeiter beachten?

Der Unternehmer ist laut DGUV Vorschrift 3 dazu angehalten, die Nutzung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel ausschließlich Elektrofachkräften oder in Anwesenheit von Elektrofachkräften zu erlauben. Darüber hinaus hat der Unternehmer dafür Sorge zu tragen, dass die elektronischen Regeln beim Betrieb elektrischer Anlagen und dem Verwenden elektrischer Betriebsmittel eingehalten werden. Ferner ist er nach DGUV Vorschrift 3 dazu verpflichtet, den Gebrauch mängelbehafteter Maschinen zu untersagen und unverzüglich für die Behebung der Mängel zu sorgen.

Wann gilt eine Elektrofachkraft als "anwesend" im Sinne der DGUV Vorschrift 3?

Die Elektrofachkraft muss im Sinne der DGUV Vorschrift 3 in der Lage sein, die ordnungsgemäße Errichtung, Änderung und Instandhaltung der elektrischen Anlagen und Betriebsmittel zu kontrollieren. Des Weiteren hat sie durch das Präparieren von Sicherheitseinrichtungen die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen für ein gefahrloses Arbeiten anzuordnen, durchzuführen und zu überwachen.

Wie verhindert der Unternehmer, dass Maschinen nicht ordnungsgemäß funktionieren?

Nach DGUV Vorschrift 3 §5 ist es die Aufgabe des Unternehmers, die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel auf ihren ordnungsgemäßen Zustand prüfen zu lassen. Dies muss entweder in bestimmten Zeitabständen oder wenigstens vor der ersten Inbetriebnahme oder einer Wiederinbetriebnahme nach einer Änderung oder Instandsetzung geschehen. Die Zeitabstände zwischen den regelmäßigen Prüfungen sind im Sinne der DGUV Vorschrift 3 so zu wählen, dass entstehende Mängel rechtzeitig festgestellt werden können. Für ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel sind die Prüffristen in der dazugehörigen Durchführungsanweisung exakt festgelegt:

– Elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel: 4 Jahre
– Elektrische Anlagen und ortsfeste elektrische Betriebsmittel in “Betriebsstätten, Räumen und Anlagen besonderer Art: 1 Jahr
– Schutzmaßnahmen mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen in nichtstationären Anlagen: 1 Monat
– Fehlerstrom-, Differenzstrom und Fehlerspannungs-Schutzschalter: 6 Monate (stationär) oder arbeitstäglich (nichtstationär)

Ist der Unternehmer verantwortlich für das Fehlen elektrotechnischer Regeln?

Der Unternehmer hat laut DGUV Vorschrift 3 dafür Sorge zu tragen, dass beim Fehlen elektrotechnischer Regeln für bestimmte Anlagen und Betriebsmittel die nachfolgenden Bestimmungen eingehalten werden:

  • 1) Die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel müssen in einem sicheren Zustand sein. Das bedeutet im Sinne der DGUV Vorschrift 3 allgemein, dass sie den betrieblichen und örtlichen Sicherheitsanforderungen bezüglich Betriebsart und Umgebungseinflüssen entsprechen müssen. Konkret meint der sichere Zustand laut DGUV Vorschrift 3 eine Beschaffenheit der elektrischen Anlagen und Betriebsmittel, die bei ordnungsgemäßem Bedienen und konventioneller Verwendung weder eine unmittelbare noch eine mittelbare Gefahr für beteiligte und unbeteiligte Personen darstellt.
  • 2) Die aktiven Teile elektrischer Anlagen und Betriebsmittel müssen hinsichtlich ihrer Spannung, Frequenz, Verwendungsart und ihrem Betriebsort gesichert sein. Ein Schutz gegen direktes Berühren kann nach DGUV Vorschrift 3 durch eine Isolierung, die Anordnung, die Lage oder fest angebrachte Komponenten gewährleistet werden.
  • 3) Kann ein Schutz gegen direktes Berühren laut DGUV Vorschrift 3 aufgrund bestimmter Arbeiten und Handhabungen nicht sichergestellt werden, müssen die elektrischen Anlagen eine geforderte Beschaffenheit vorweisen. Zum einen müssen die aktiven Teile in den spannungsfreien Zustand justiert werden können. Zum anderen müssen die aktiven Teile unter Beachtung von Spannung, Verwendungsart, Frequenz und Betriebsort durch ergänzende Vorkehrungen nach DGUV Vorschrift 3 geschützt werden können.
  • 4) Ist ein umfassender Schutz gegen direktes Berühren aufgrund der betroffenen Umgebung nicht erforderlich oder unmöglich, muss wenigstens bei benachbarten aktiven Teilen ein zumindest teilweiser Schutz gegen direktes Berühren sichergestellt sein. Dieser Schutz muss im Sinne der DGUV Vorschrift 3 dem Anspruch genügen, dass eine Gefährdung durch Körperdurchströmung oder Lichtbogenbildung ausgeschlossen ist.

Besondere Vorsicht beim Arbeiten an aktiven Teilen

Darf an aktiven Teilen gearbeitet werden?

Grundsätzlich darf nach DGUV Vorschrift 3 §6 Abs. 1 nicht an aktiven Teilen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel gearbeitet werden, die unter Spannung stehen.

Welche Ausnahmen macht das Arbeiten an aktiven Teilen möglich?

Wenn vor Beginn der Tätigkeit an aktiven Teilen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel der spannungsfreie Zustand für den gesamt Zeitraum der Arbeit gewährleistet ist, darf im Sinne der DGUV Vorschrift 3 an aktiven Teilen gearbeitet werden. Zulässige Abweichungen sind außerdem:

  • 1) Der Aufbau der Anlage schließt nach DGUV Vorschrift 3 eine Gefährdung durch Körperdurchströmung oder durch Lichtbogenbildung aus.
  • 2) Der spannungsfreie Zustand kann aus unvermeidbaren Gründen nicht hergestellt werden. Zu beachten ist hierbei, dass die gebrauchten Werkzeuge eine Gefährdung durch Körperdurchströmung oder Lichtbogenbildung laut DGUV Vorschrift 3 ausschließen. Weiterhin hat der Unternehmer für die fachliche Eignung der beauftragten Personen und weitere notwendige Sicherheitsmaßnahmen zu sorgen.
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